Aktuelles

Dôjô-Freizeit Alfsee (25.-27. August 2017)

Wie auch in den vergangenen Jahren meinte es die Sonnengöttin auch diesmal offensichtlich so richtig gut mit uns, als wir wieder am letzten August-Wochende zu unserer Dôjô-Freizeit aufbrachen. Und das blieb auch so, spätsommerliches Verwöhnwetter durch und durch.

 

Die noch recht junge Jugendherberge in Rieste am Alfsee (erbaut 2001), eine ansprechende Anlage im Pavillon-System, empfing uns mit mehr als großzügigen Unterkünften, in denen sich's mühelos und nur allzu gerne auch sehr viel länger hätte aushalten lassen. Ein Ort mit ausnahmslos angenehmer Atmosphäre, nicht zuletzt vermittelt durch ein aufmerksames und engagiertes Team, das alles bei reichlicher und guter Verpflegung – es stimmte einfach alles.

Highlight diesmal der Samstag, der im Zeichen des Bogenschießens stand. Für fast alle von uns der Einstieg in etwas ganz Neues, vermittelt von Manfred Meyer aus Ganderkesee, einem hoch erfahrenenen Lehrer, dem es gelang, uns die erste Schritte leicht zu machen, ohne im bloß Oberflächlichen zu verbleiben. Wir lernten etwas über dominante Augen, das Trügerische unseres Sehens, übliche visuelle Täuschungen, denen wir aufsitzen, über Sinn und Gehalt von Intuition und natürlich auch über die Haltungen beim Bogenschießen, die Kamae.

 

So ruhig es auch beim Bogenschießen zuging, so sehr knatterten die Motoren beim Kart-Rennen am Sonntagmorgen, bei dem jeder auf seine Weise Runde um Runde mit der Ideallinie rang.

Wer mehr Bewegung suchte, der brauchte nicht lange zu suchen: Beach-Soccer, Kata im Sand, Basketball - Möglichkeiten gab's genug. Um dann den Tag ausklingen zu lassen bei einem guten Gläschen in gemeinsamer Runde, handgemachter Musik und dem Rumkniffeln an ausgefallenen Krimi-Rätseln. 

 

Alles in allem also eine wohltuende Zeit, an die sich sicherlich alle gerne zurückerinnern, die bereit waren, sie sich zu nehmen.

Shodan für Karl Schuurmans (22.April 2017)

Acht Jahre sind eine Menge Zeit. In acht Jahren kann viel geschehen. Acht Jahre ist es her, dass Karl Schuurmans das erste Mal in unser Dôjô kam, das damals noch kein festes Zuhause hatte. Viele sind seither gekommen und auch wieder gegangen, Karl blieb. Um sich zu mühen und an sich zu arbeiten. Wie viel er dabei für sich hat zusammentragen können, davon durften wir alle uns nun überzeugen.

 

Dabei hat Karl sich in dieser Zeit keineswegs nur um sich selber gedreht. Der Aufbau und die fortgesetzte Betreuung der Bonsai-Gruppe, unserer Karate-Jüngsten, ein so sensibles wie auch herausforderndes Terrain, ist Karl zu verdanken. Es ist ihm gelungen, diese anfänglich kleine Gruppe zu einer stabilen Größe im Dôjô-Leben werden lassen. Kein Wunder, denn bei ihm, dem „gelernten Pädagogen“, sind die Kleinsten ohne Frage in den allerbesten Händen.

 

Auch in seiner Shodan-Arbeit hat sich Karl intensiv mit dem Themenkreis Budô-Pädagogik auseinandergesetzt. In seinem Vortrag dazu konnten wir Einblick in die von ihm ausgearbeiteten Inhalte zu einem fraglos facettenreichen Themenkreis gewinnen.

 

Die Lebendigkeit ebenso wie die Überlebensfähigkeit eines Dôjô steht und fällt mit der Einsatzbereitschaft derjenigen, die sich ihm zugehörig fühlen. Ein einzelner vermag da gar nichts, wie hochdekoriert er auch sein mag …

 

Es ist ein gutes Gefühl, unser Dôjô über die Jahre auf zahlreichen soliden Beinen stehen zu sehen. So dürfen wir zurecht einen zuversichtlichen Blick in die Zukunft richten. Karl hat in den letzten acht Jahren seinen Beitrag dazu geleistet. Und wir dürfen uns sicher sein, dass dies auch so bleiben wird. In diesem Sinne: herzlichen Glückwunsch zu deiner heutigen Graduierung, lieber Karl, herzlichen Dank und alles Gute für die Zeit, dir noch vor dir liegt!

Shodan für Andrea Höfner

Sicher, es war lange überfällig. Nun aber, etwa ein Jahr nach Peter Mautes hat am 19. November 2016 auch Andrea Maria Höfner ihre Shodan-Urkunde erhalten. Und das aus mehr als einem gutem Grund.

 

Andrea wie auch Peter stehen für eine Haltung, die man heute – erst recht in westlichen Dôjô - nur noch allzu selten antrifft, eine Haltung für die es im Japanischen einen Begriff gibt: NINTAI (忍耐). NINTAI zu übersetzen kann nur gelingen, indem man ein ganzes Bündel an Begriffe zu Hilfe nimmt, um damit die Wortbedeutung zu umschreiben: Geduld, Ausdauer, aber auch die Fähigkeit zur Unterwerfung, die Bereitschaft, Unannehmlichkeiten auf sich zu nehmen, ja, und durchaus auch das: zu leiden.

 

Im Grunde genommen ist es doch so: Entgegen dem Sprichwort, das die Dinge verdreht, um den Lethargikern, den Trägen und Schwerfälligen im Lande als lächerliche Begründung herzuhalten, ist aller Anfang mehr als leicht. Anfangen kann jeder. Mit allem Möglichen. Der Anfang ist keine wirkliche Schwelle, kein echtes Hindernis. Alles ist neu, niemand erwartet etwas von einem, der anfängt. Die ersten Schritte eine Reise werden beschwingt getan. Was aber, wenn die Euphorie des Anfangs verpufft, wenn die Wegführung unbequem wird, die Widerstände heftiger, die Route unsicher, das Ziel immer fragwürdiger, die Zweifel immer nagender? Und die Gefährten des leichten Anfangs schon lange aufgesteckt haben, um sich diese sinnlosen Strapazen nicht weiter anzutun. Was dann? Weitermachen, Dabeibleiben, Nichtaufgeben, das ist schwer.

 

Nun kommt es darauf an, was einer für ein Mensch ist. Einer, der es macht wie die meisten, diejenigen mit dem „gesunden“ Menschenverstand, die „doch nicht verrückt“ sind, "sich sowas anzutun". Oder ein Mensch des NINTAI. Einer, der beharrlich bleibt, ein Mensch der Beständigkeit, der Ausdauer, einer der nicht ausweicht, sondern sich stellt. Welche Widerstände auch immer daher kommen mögen.

 

NINTAI (忍耐): Wenn man das erste Schriftzeichen von NIN-TAI ein wenig genauer betrachtet, erkennt man, dass dieses Kanji aus zwei Zeichen zusammengesetzt wird, einem oberen Anteil () und einem unteren Anteil (). Der obere Anteil repräsentiert die scharfe Schneide eines Schwertes oder eines Dolches, von der Blut tropft. Das untere Zeichen steht für 'Herz'. Der Bedeutungsraum von NINTAI wird somit unschwer nachvollziehbar. Hier ist nicht irgendeine Normal-Geduld gemeint, nicht eine, der dann doch früher oder später der Faden reißt. Hier ist die Rede von einer Geduld, die nicht Halt macht, wenn es ans Eingemachte geht. NINTAI bedeutet, den Weg, für den ich mich entschieden habe, einfach immer weiter zu gehen. Unabhängig von allgemeiner Wetterlage und persönlichen Befindlichkeiten. NINTAI meint, auch dann ins Dôjô zu gehen, wenn einem die Probleme des Alltags im wahrsten Sinne des Wortes die Kehle zuschnüren, wenn einem buchstäblich ein Messer im Herz steckt. NINTAI bedeutet, sich selber keinen Ausweg, keine Hintertür offen zu lassen, sich selbst alle Fluchtwege abzuschneiden. NINTAI heißt, dass es einem wirklich ernst ist. Das muss man wollen, das muss man leben. Das können nicht viele. Andrea schon.

 

Glücklich ein Dôjô, das solche Menschen in seiner Mitte haben darf! In diesem Sinne an dieser Stelle ein DANKE-für-Alles! - und: Herzlichen Glückwunsch zum Shodan!

Shodan für Peter Mautes

Alle, die ihn kennen, wissen genau, dass es ihm mehr als unangenehm ist, wenn um seine Person, irgend ein 'Aufhebens' gemacht wird …

 

Dennoch möchte ich an dieser Stelle darauf hinweisen dürfen, wie sehr ich mich freue, mit Peter Mautes einen weiteren Schwarzgurt in unserem Dôjô zu wissen.

 

Neben anderem bedeutet der Schwarzgurt, dass der, der ihn trägt, jemand ist, der sich durch wirkliche Hingabe und stetes Bemühen über Jahre hinweg großes Vertrauen erworben hat. Einer, der somit vom Monji ('Tor-Mensch'), einem also, der vor langer Zeit an die äußere Pforte geklopft hatte, nachdem er den Vorgarten durchschritten hat, schließlich zu einem Gast wird, den man ins Haus bittet. Auch, oder besser, gerade weil es für Peter genauso in Ordnung gewesen wäre, die nächsten 50 Jahre ebenso weiterhin dort bleiben zu dürfen, wo er möglichst wenig auffällt und schon gar nicht im Licht steht …

 

Alles Gute für Deinen weiteren Weg, lieber Peter!

 

Ich hoffe sehr, wir haben noch viele gute Jahre.

Andreas

Möhnesee 2015

Am vorletzten Augustwochenende waren wir nach drei Jahren Abstinenz wieder einmal am Möhnesee. Diesmal die Gruppe ein wenig größer, dafür die Zimmer in der Jugendherberge weniger konfortabel, dafür das Wetter in jeder Beziehung spitzenmäßig, der Spätsommer 2015 gab lief nochmals zur Hochform auf.


Und auch dieses Mal haben alle dazu beigetragen, dass diese schöne, wenngleich kurze Zeit noch lange unvergessen bleiben wird. Geo-Caching, auch diesmal ganz oben in der Beliebtsheitsskala, dazu Obi-Hockey, schon auch ein wenig Kata auf dem Fußballfeld, dort wo auch die Mücken sich am wohlsten fühlten. Nicht zu vergessen die „gefürchteten“ Aufwach-Läufe über die längste Fußgängerbrücke Europas, mit Kata zum Sonnenaufgang, ein Aufstieg zum Möhnesee-Turm für die, die schwindelfrei waren oder es wurden, und schließlich ein Nachmittag mit Indianer-Booten auf und im See bei Wassertemperaturen, dies selbst die hartnäckigsten Warmduscher dazu verführten, bei den Kenter-Übungen über ihren Schatten zu springen. Das ganze dann noch abgerundet durch einen gemütlichen Grill-Abend mit Blick auf den See mit anschließender Lagerfeuer-Romantik. Mehr passte kaum rein in diese knapp zwei prächtigen Tage.


Allen, die zum Gelingen unserer diesjährigen Dôjô-Freizeit beigetragen haben, sei an dieser Stelle nochmalig auf das Herzlichste gedankt. Und auch, wenn die Zeit noch lang ist bis dahin: Im August 2016 geht’s nach Haltern am See, die Buchung ist schon fest. Ihr müsst Euch nur noch anmelden ...

Naihanchi, Naifanshi, Nafunshi, Da Fan-Ch'ê ...

Eine Kata, so rätselhaft wie ihr Name, ein „Affe“, der kaum mehr als diese eine Form kannte, die ihn jedoch unschlagbar machte. Mehr als sechzig, siebzig Bewegungen, fast alle entlang einer Linie ausgeführt, unendlich lang und spröde für den Anfänger, von unschätzbarem Wert, für den, der beginnt, zu verstehen. Eine Kata, die allen anderen den Rang abläuft, durch ihre simple Direktheit, ihre schmucklose Effektivität, eine Form, die nicht schmeichelt mit tänzerischer Schönheit und funkelnder Eleganz, sondern wirkt durch ihre unmittelbare Hartleibigkeit. Eine Kata, mit der „kein Blumentopf zu gewinnen ist“, und die dennoch viele ihrer bunt-schillernden Schwestern mühelos in den Schatten stellt.

Eine Kata, die mit der Linie, auf der sie heutzutage ausgeführt wird, zugleich die Grenze zieht, zwischen Zweikampf und Artistik, zwischen Überlebenwollen und Show, zwischen Spiel und Hinterhof, zwischen Nimbus und Handwerk.


Dabei untrennbar mit der jüngeren Geschichte der Kata verbunden das Wirken eines Enfant terrible, das noch mit mehr als fünfzig Jahren als Nobody einen Kampf gegen einen russischen Schwergewichtsboxer gewann, eines Mannes, der sich nicht zierte, den Mund immer so voll wie möglich zu nehmen, und der dennoch nur vergleichsweise wenig Öffentlichkeit erreichte. Vielleicht auch, weil man ihm damals vorwarf, den russischen Riesen zu sehr zugerichtet zu haben, und das, wo man noch zuvor größte Sorge um den verrückten Alten gehabt hatte, der seine Kräfte ganz offensichtlich so maßlos zu überschätze. Ein Mann der, obwohl von "hoher Herkunft" sein Leben über Analphabet blieb, und als solcher vor mehr als 90 Jahren ein Buch veröffentlicht hat, dank dessen wir zumindest Kleinst-Einblicke in das kämpferische Verständnis dieser „Kata mit den vielen Namen“ (und nicht weniger zahlreichen Gesichtern) erhalten, auch wenn die Last der Missverständnisse, die sich dank der Generationen von „Spezialisten“ auf diese Form gepfropft hat, kaum noch zu beseitigen scheint. Ein Mann, der wegen seiner „schwierigen Kinderstube“, seinem lebenslangen Mangel an einflussreichen Protegés und aus diversen anderen Gründen, die sich im Lauf der Geschichte zunehmend verlieren, nie den Wirkungsgrad seines berühmten Zeitgenossen erlangen konnte, der als "Vater der modernen Karate" gerühmt wird und dessen Bücher zuweilen mehr verschleiern als erhellen, dessen öffentlicher Unterricht an den Universitäten Japans und dessen Vorführungen vor den „richtigen Leuten“ ihm jedoch ein inhaltlich möglicherweise nur schwer zu rechtfertigendes Maß an Popularität einbrachten. Dass durch induzierte Missverständnisse, zwischenzeitlich schon wieder zigfach in alle Richtungen umgedeutet, heute dagegen vielerorts als „Wahrheiten“ betrachtet werden, entbehrt nicht einer gewissen Pikanterie, die hier jedoch nicht Thema ist ...


Was uns und unser Seminar anging, wir haben nicht viel gemacht an diesem winterklaren Samstag. Und sind doch weit gekommen dabei. Ohne kaum mehr als die ersten Schritte auf ein Phänomen hin getan zu haben, dessen Tiefe getrost als schier unauslotbar gelten darf. Andererseits Ansporn genug, weiter zu gehen, Schritt für Schritt, einen nach dem anderen: „Nach innen gerichtet“, „Innerhalb eines Feldrains“, „Zwischen Segeln auf einem Boot“oder wie auch immer ...

Ein Tag ist nicht genug ...

... nicht mal für eine einzige Pinan-Kata. Jedenfalls dann nicht, wenn man sich die Mühe macht, genauer hin zu sehen. Denn sobald man damit beginnt, das offensichtlich Selbstverständliche zu hinterfragen, Sinn vom Unsinn zu trennen, Legende von Wirklichkeit, Ästhetik von Funktion, tun sich wenig bekannte, kaum beschrittene Räume auf. Und hinter jedem neuen Raum wartet ein weiterer. Eben noch glaubte man sich doch ganz gut auszukennen, uns sieht sich nun quasi im Handumdrehen auf neuem Terrain. Dabei war doch bislang alles immer recht einfach, so mit der Form bloß als Form …


Was ein altes japanisches Wiegenlied mit Kata Sochin zu tun hat ... Und worin der Unterschied zwischen 'Kata' und 'Kata' besteht ... Shuri-Te und das Konzept des geeigneten Abstands ... Die drei Seiten eines Fauststoßes ... Warum schon vor dem Kampf verliert, wer ohne Strategie antritt, und man besser lernt, den Adrenalin-Rausch zu nutzen, statt ihm zu erliegen.


Eine Menge verschiedenster Aspekte und Fragen, die da im Laufe des Tages aufgeworfen wurden. So dass die Zeit unweigerlich wie im Fluge verging, es ruckzuck Abend war und damit Zeit für unsere Gäste aus Meschede, sich auf den Heimweg zu machen. Nicht ohne den nächsten gemeinsamen Termin schon im Blick zu haben, denn der steht schon fest: Am 17. Januar 2015 werden wir Naihanchi-Kata ein wenig unter die Lupe nehmen.

Dôjô-Freizeit 2014

 

Knackige Morgenläufe, wenn die andern noch schlafen, ein Turm-Dôjô ohne Ecken und Winkel, die gemeinsame Suche nach verborgenen Schätzen in hohlen Bäumen, über 5000 Jahre alte Steine, neben denen geheimnisvolle Kapseln darauf warten, entdeckt zu werden, Spieleabende, gemeinsames Grillen und Gesang zur Gitarre „so wie es früher war“, Einblicke in tiefe Verliese und zwischendurch noch schnell mal ein Mammut jagen … - das alles und noch eine Menge mehr gehörte zum Wochenende auf der Wewelsburg (Paderborner Land), das wir an diesen Augusttagen mit Spätsommer-Stimmung gemeinsam verbringen durften.

 

 

Die Jugendherberge der einzigen Dreiecks-Burg auf deutschem Boden mit ihrer höchst wechselvollen Geschichte kann sowohl aufgrund ihrer architektonischen Besonderheiten, ihres ganz eigenen Ambiente, aber mindestens ebenso dank ihres freundlichen Teams, das jederzeit bemüht war, alles zu unternehmen, um unsere „Burg-Tage“ in allerbester Erinnerung zu behalten, nur wärmsten weiter empfohlen werden. Beim Abschied am Sonntag waren sich alle, die sich die Zeit für zwei gemeinsame Tage außerhalb des Dôjô genommen hatten, einig: Es hat sich rundherum mehr als gelohnt, es war eine gute Zeit!

 

Der Mann für den sanften Fall ...

Steffan Bewersdorff (Mitte)

Am Samstag, dem 16.März hatten wir die große Freude zum freien Training einen ganz besonderen Gast begrüßen zu dürfen. Herr Steffan Bewersdorff, der Mann, dem wir den gesamten Mattenboden unseres Dôjô verdanken, nahm sich die Zeit, bei uns hereinzuschauen.

 

Dank seiner großzügigen Spende ist es nun künftig möglich, gerade für den Unterricht unserer Kleinsten eine im wahrsten Sinne des Worte „angemessene Grundlage“ anbieten zu können. Toben, Tollen, aber auch Fallübungen ganz ohne blaue Flecken! Und selbstverständlich profitieren auch die Älteren von dem neuen Untergrund: Wer schon einmal auf Parkettboden Uke sein durfte, weiß wovon hier die Rede ist. Abgesehen davon verleiht die ansprechend helle Mattenfarbe gemeinsam mit den Spiegelwänden einen mehr als angenehmen Raumeindruck. Wenn dann auch noch die Sonne durch die Fenster scheint …, kaum zu glauben, was sich seit weniger als einem Jahr alles gewandelt hat! - Dass dem so ist, verdanken wir tatkräftigen Unterstützern wie Herrn Bewersdorff, dem wir an dieser Stelle noch einmal unseren ganz herzlichen Dank sagen!

"Nach-Prüfung", 20.Dezember 2012

Nicht nur der Peter bekam ihn dieses Mal (wieder) später …, sondern der Robert ebenso. Denn beide hatten an der „offiziellen“ Kyû-Prüfung Anfang Dezember aus verschiedenen Gründe nicht teilnehmen können.

 

Glücklicherweise haben wir den somit längst überfälligen Termin dann noch just vor dem geplanten Weltuntergang hinbekommen. Und ebenso wie man, „sollte morgen die Welt untergehen, heute noch ein Apfelbäumchen pflanzen kann“ ist es möglich, bevor es dann doch zum Äußersten kommt, noch eine gute Kyû-Prüfung ablegen. Das haben uns jedenfalls Robert (Go-Kyû) und Peter (San-Kyû) gezeigt.

 

Herzliche Gratulation noch einmal an dieser Stelle vom gesamten Dôjô!

SHISÔCHIN-Seminar mit Shihan Kai Michael Görl

SHI-SÔ-CHIN, „In 4 Richtungen hin kämpfen“, das klingt überschaubar - aufs Erste jedenfalls. Vier Richtungen, das kennen wir schließlich, Nord-Süd-West-Ost, damit müsste doch klar zu kommen sein.

 

Und noch der Anfang der Kata schien dem nicht zu widersprechen. Nach vorne gehen, na gut, die erste Richtung wohl, dann kommen ja nur noch drei weitere. Die aber hatten es mehr als in sich. Und – Moment mal -, waren das wirklich nur vier insgesamt..., oder eher zweimal vier..., oder …? Shihan Kai Michael Görl hatte zu Beginn den Kata-Embusen mit einem Weihnachtsstern verglichen, dessen Strahlen in alle Richtungen verliefen. Aha! Und doch waren es weniger die Richtungswechsel, die dem ein oder anderen allerdings nachvollziehbar machten, warum die Kata in früheren Zeiten auch als die Form der „Vier kämpfenden Affen“ bezeichnet wurde. Oder waren es eher die „stolpernden Affen“ gewesen? Wie auch immer. Auf jeden Fall war da wenig von dem, was einem doch ach so lieb und vertraut ist – kein einziger „normaler“ Tsuki mit der geschlossenen Faust, nur ganze zwei Mae-Geri, dafür aber ganz viel offene Hände, und die auch in wirklich alle Richtungen …

Wäre da nicht die klare Didaktik von Shihan Goerl gewesen, wir hätten uns sicher verlaufen, in all diesen Richtungen. So aber war es wieder wie zu erwarten ein anspruchsvoller Seminar-Tag im Koryûkaikan Minden, mit dem zugleich auch die diesjährige Seminar-Reihe mit Shihan Görl bei uns zuende ging. Grund genug, DANKE zu sagen, für all das, was er uns im laufenden Jahr 2012 mit großer Geduld vermittelt hat und zugleich sich darauf zu freuen, was das neue Jahr wohl alles für uns bereithalten wird. Denn sicher werden wir ihn wieder zu mehreren Seminaren bei uns begrüßen dürfen, hier im „Spiegelsaal-Dôjô“ in Minden. Die entsprechenden Termine werden sobald als möglich bekannt gegeben.

 

Prüfung im „Spiegelsaal“

Am Samstag, den 1.Dezember 2012, dem Tag vor dem ersten Advent war der Beginn der Vorweihnachtzeit nicht der einzige Grund dafür, dass in unserem Dôjô die Freude groß war. Am Tag zuvor nämlich hatten Rainer und seine Helfer Björn und Chris unseren lang gehegten Traum wahr gemacht und die seit dem Sommer herbeigesehnten Spiegel abgeholt und auch gleich installiert. Und das allen Wandunebenheit zum Trotz – eine riesiges Dankeschön an dieser Stelle für diese beeindruckende Arbeit, von der wir hoffentlich sehr lange profitieren werden!

 

Die Prüflinge sahen sich also an diesem Samstag nicht mehr nur den bislang recht kahlen Wänden gegenüber, sondern der ein oder andere musste sich sicherlich erst an die von zwei Seiten spiegelnden Flächen gewöhnen. Doch nicht nur von den Wänden strahlte es an diesem Samstag zurück, sondern auch die insgesamt zwölf Prüflinge zeigten sich hoch motiviert und beeindruckten durch ein hohes Maß an Energie und beeindruckende Leistungen. Es war eine Freude, miterleben zu dürfen, wie weit gerade diejenigen, die seit Gründung des Dôjô Schritt für Schritt ihren Weg gegangen sind, in der vergangenen Zeit bereits gekommen sind.

 

Von den zwölf Prüflingen an diesem Tag, legten allein fünf die Prüfung zum Gokyû und ebenfalls fünf die Rokkyû-Prüfung ab. Herzlichen Glückwunsch an alle Prüflinge!

 

Nun sind sie alle „eins aufgerückt“, und das bedeutet, dass neue Plätze frei sind: Sowohl bei den Erwachsenen als auch in der Jugendlichen-Gruppe ist der Einstieg für jeden Interessierten jederzeit möglich.

 

Anruf (0571 - 3880842) oder E-Mail (mail@koryukaikan.de)  genügt, und schon ist ein Probe-Training in unserem Dôjô möglich.

 

Für all diejenigen, dies sich diese Chance nicht entgehen lassen wollen, hier noch einmal die Übungszeiten:

Jugendliche (12-18 Jahre): Montag und Donnerstag, Beginn 18.30 Uhr.

Erwachsene: Dienstag um 18.30 Uhr und Freitag um 20.00 Uhr.

Gokyo-Kumite und Kakie-Seminar, 27.Oktober 2012

 

Zu unserer großen Freude durften wir wieder einmal Shihan Kai Michael Görl bei uns in Minden begrüßen. Was die Freude noch steigerte, war die Möglichkeit, statt schmuddeliger Schulturnhallen, ihn endlich in unserer eigenen Dôjô-Räumlichkeiten einladen zu können.

 

Nach dem Auftakt mit Prüfung zum Go-Dan für Andreas Höfner am Freitagabend folgte ein inhaltsreicher Seminartag am Samstag. Diesmal ging es – ausnahmsweise - nicht um Kata, sondern um prüfungsrelevante Formen des Yakusoku-Kumite. Neben einer Abfolge des Gokyo-Kumite folgten im zweiten Teil des Tages Grundelemente des Kakie, der „Klebenden Hände“ des Karate. Die gewohnt umsichtige Art, mit der Shihan Görl diesen umfangreichen Stoff den Seminarteilnehmern vermittelte, ermöglichte jedem, sich Schritt für Schritt diesen bislang zum Teil noch vollends unbekannten Elementen der Leeren Hand anzunähern.

 

Was uns von diesem Tage bleibt, ist wie immer unser Dank an Shihan Görl, uns wieder ein neues Stückchen weiter geholfen zu haben auf unserem Karate-Weg verbunden mit der Freude darauf, ihn in gar nicht allzu langer Zeit, wieder bei uns begrüßen zu dürfen.

 

Also, bitte nicht vergessen: Samstag, den 8.Dezember 2012, Seminar im Koryûkaikan Minden. Thema wird noch bekannt gegeben. Könnte aber schon sein, dass es diesmal wieder eine Kata wird ... ,)))