Pinan-Seminar in Meschede: Bekanntes frisch aufgetischt

 

„Pinan Kata? Kenn' ich doch! Wozu da extra noch am Wochenende durch die Gegend fahren?“ So oder so ähnlich mag es manch einem bei Ankündigung des Seminars mit Shihan Kai Michael Görl am 8.Juni im Shûtokukai Honbu-Dôjô in Meschede durch den Kopf gegangen sein.

 

Falsch! Auch wenn der grobe Ablauf der fünf von Itosu gegründeten Formen inzwischen jedem, der zwei, drei Jahre zum Dôjô gehört, zwangsläufig bekannt sein muss. Bemerkenswert nur, wenn nicht. Andererseits, was ist das schon? Kaum mehr als der Beginn eines Anfangs.

 

Und, ja, sicher bemühen wir uns bei der Übung im eigenen Dôjô die Kata unserer Schule nach und nach als Ganzes, nicht nur als „nette Form“ zu erarbeiten. Aber, auch hier darf man sich nicht täuschen. Jeder lehrt auf seine Weise, mit seinen Stärken, sowie seinen persönlichen blinden Flecken. Umso wichtiger, sich mutmaßlich Bekanntem immer wieder auch von anderer Seite anzunähern. Mit etwas anderer Sichtweise, anderen Schwerpunktsetzungen. Denn schließlich kocht jeder ein wenig anders, auch wenn es sich um die gleiche Grundrezeptur handelt. Schön , wenn man die Chance hat, einmal die Küche zu wechseln.

 

Und so durften wir genießen, wie uns Shihan Görl am diesem Samstag gut Verdauliches in wohldosierten Happen anbot. Niemand wurde überfordert und sicher konnte jeder eine gute Portion für sich mitnehmen. So dass am Ende eines gelungenen Tages alle zufrieden wieder den Heimweg antraten. In den Taschen die saftig durchschwitzen Gi und so manches von zuhause mitgenommene Butterbrot. Denn auch für die Verpflegung vor Ort hatte Shihan Görl allerbestens gesorgt.

Shodan-Prüfung im Koryûkaikan

Wissen, wo der Türknauf ist ...

 

Zu unserer aller großen Freude können wir bekannt geben, dass die drei Prüflinge, die sich am Samstag, den 25.August 2012 in unserem Mindener Dôjô ihrer Shodan-Prüfung stellten, diese mit durchgängig erfreulichen Leistungen bestanden haben. Rainer Kleymann, Björn Nerge, beide von Mindener Koryûkai Dôjô, sowie Frederick Schauerte vom Shitô Ryû Shûtokukai Honbû-Dôjô Meschede konnten am Ende eines anstrengenden Tages als Lohn für die Mühe der vergangenen Jahre verdient ihre Shodan-Urkunden von Shihan Kai Michael Görl in Empfang nehmen.

 

Auch wenn es lange Zeit noch ungewiss war, konnten wir glücklicherweise diese Dan-Prüfung nun endlich in unseren neuen Räumen durchführen. Was für eine wohltuend andere Atmosphäre: Keine verschmutzte Schulturnhalle, keine Behelfslösungen, sondern eine fast schon familiäres Miteinander in privaten Räumen zu einem ganz besonderen Anlass.

 

Für das Koryûkai-Dôjô bedeutet dies, dass es nun gemeinsam mit Johannes Höfner, der seine Shodan Prüfung bereits im Juni ablegte, über einen Stamm von insgesamt drei weiteren Schwarzgurten verfügt, die sich künftig darum bemühen werden, nachfolgenden Schülern so gut wie möglich auf deren Weg mit Rat und Tat zur Seite zu stehen.

 

Ein frisch gebackener Schwarzgurt ist kein „Meister“ - nichts wäre unangemessener als eine solche Vorstellung - aber ein Shodan ist ein Mensch, der den soliden Grundstein dafür gelegt hat, künftig Schritt für Schritt in seiner Kunst weitergehen zu können, darin liegt die Besonderheit dieser Eingangsgraduierung. Ein Shodan hat gelernt, wie man gehen muss, um künftig weiter voran zu kommen, er hat die Grundlagen für das Studium des Karate geschaffen, um nun nach all den mühevollen Vorübungen, sich künftig wirklich intensiv mit der Kunst zu beschäftigen. Eine etwas flapsige Weise, das zu umschreiben, was einen Shodan ausmacht, lautet: 'Er hat die Tür gefunden und weiß, wo der Türknauf ist'. - So gesehen, gar nicht so schlecht, dass nun immerhin zwei weitere Schüler unseres neuen Dôjô schon wissen, wo bei uns der Türknauf zu finden ist ... 

 

An dieser Stelle sei noch einmal ganz herzlich Shihan Kai Michael Görl für den würdigen Rahmen und den zu jedem Zeitpunkt gelungenen Prüfungsablauf gedankt. Nicht zuletzt aber auch all den vielen Helfern im Hintergrund, die dazu beigetragen haben, dass dieser Tag ein guter Tag für uns alle werden konnte. Wir werden uns noch lange gerne erinnern!